Social-Software / Social-Commerce Aggregation 5. August 2006
Posted by Eike in : Zukunftsmusik , 3 commentsIrgendwann hab ich irgendwo mal was zu dieser Aggregation geschrieben (und wenn es auch nur ein Eintrag auf meiner ToDo-List war.) Es geht ganz platt um die Verbindung eines sozialen Netzwerks à la OpenBC / StudiVZ und einem Online-Shop der “Web 2.0 Generation” oder auch in klassischer Version. Beide Modelle haben ausgeprägte Vor- und Nachteile die sich in Kombination jedoch ideal ergänzen würden. Die folgenden Listen erheben keine Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Nachteile von Social-Software:
- Mit Social-Software lässt sich nur sehr schwer Geld verdienen.
- Die User sammeln und sammeln Kontakte, hören damit aber irgendwann auch, weil Sie darin keinen Vorteil erkennen können. (Von der Selbstbefriedigung über möglichst viele Kontakte mal abgesehen)
- Es kommen, nach einer Registrierungswelle, ungleich viele neue Benutzer hinzu.
- Die übrigen aktiven User interessieren die evtl. angebotenen Mehrwerte nicht. (Ich bin bei OpenBC z.B. kein Premium-Mitglied und will auch keines werden.)
Die Nachteile von Online-Shops:
- Online-Shops müssen Werbung treiben (ergo Geld ausgeben) um an neue Kunden zu kommen, weil die bestehenden Kunden vielleicht nicht genug Umsatz generieren.
- Ein Shop dient ausschließlich dem Verkauf und erreicht nur schwer eine symphatische Komponente.
- Neben einer Kaufabsicht gibt es keinen Grund sich bei einem Shop zu registrieren.
- Online-Shops wissen nicht besonders viel über die wirklichen interessen ihrer Kunden und können sich nur an Bestsellern in ihrem Sortiment orientieren.
Vorteile von Social-Software:
- User laden sich gegenseitig ein und sorgen damit für eine selbständige Vermehrung der Userzahl.
- Die User finden es toll, wenn Sie sich ihre Kontakte selbst zusammenstellen können, damit evtl. Stärke oder Beliebtheit demonstrieren können und haben letztlich eine postive Beziehung zum Portal.
- Mit kostenlosen Zusatzfeatures können gute Mehrwerte generiert werden die auch tatsächlich umfassend genutzt werden.
- In solchen Netzwerken wird unendlich viel Information über die Interessen und Beziehungen der User gesammelt. (Wie das jedoch ausgewertet werden kann, kann z.Z. wohl keiner so recht beantworten.)
Vorteile von Online-Shops:
- Mit Online-Shops wird Geld verdient.
Beim Lesen der Listen ist dem geneigten Leser vielleicht schon ein Licht aufgegangen. Stellen wir uns einmal folgendes Scenario vor:
Ein User käuft etwas in einem Shop und ist damit ein bekannter Kunde mit allen möglichen Daten. Nehmen wir mal dieser Kunden, nennen wir ihn Klaus, ist begeisterter Mountain-Bike-Fahrer aus Bielefeld. Klaus fährt im schönen Teutoburger-Wald mit seinen Kumpels Ralf und Ingo regelmässig ein paar Runden. Die drei suchen aber noch andere Biker, weil es auf dauer zur dritt etwas langweilig geworden ist. Eine Kleinanzeige in der örtlichen Ultimo scheiterte aber erbärmlich. Klaus sieht also die Möglichkeit im Shop seine Interessen in einem Profil einzutragen und Freunde auf seine “Meine-Freunde” Liste einzutragen. In diesem Profil konnte er u.a. speichern was er sucht und was er bieten kann. Klaus sucht Leute aus Bielefeld die mit ihm und seinen Kumpels Biken gehen. Er lädt als Ralf und Ingo via E-Mail ein sich zu registrieren um auch Leute zu suchen. Der Spass nimmt seine Lauf. In Foren wird sich munter ausgetauscht und letztendlich werden auch ein paar “heiße Bienen” gefunden mit denen fortan gebiket wird was das Zeug hält. Alle sind glücklich.
Der Shop-Betreiber ist natürlich nicht doof und sieht das rührige Trüppchen Mountain-Bike-Fahrer. Da er gerade ein Sonderangebot hat, ergreift er die Chance und schickt allen Mountain-Bikern im Netzwerk eine E-Mail. Ralf und Ingo finden das Angebot interessant. Schließlich glauben sie mit dem neuen Equipment bei den Mädels punkten zu können. Die beiden wollen einkaufen und weil sie ja bereits einen Login haben müssen nur noch wenige Daten vervollständigt werden um einen Kauf zu verursachen. Aus einem banalen Netzwerk-User wurde ein zahlender Kunde. Jetzt ist auch der Shop-Betreiber glücklich.
Die Geschichte geht aber noch weiter. Klaus hat bei seinem Kauf angegeben, dass er als Käufer dieses Artikels veröffentlicht werden darf. Wenn er auch noch eine Rezension veröffentlicht bekommt er einen kleinen Gutschein. Ein X-beliebiger neuer User interessiert sich für den Artikel den Klaus einmal gekauft hat, liest seine Rezension und sieht darüber hinaus viellleicht auch, dass er Klaus über zwei Ecken kennt. Er nimmt über ein internes Nachrichten-System Kontakt zu Klaus um bei Ihm seinen “Segen” für den Kauf einzuholen. Da Klaus natürlich begeistert ist, empfiehlt er den Artikel gerne weiter und wir haben einen weiteren Verkauf und einen neuen glücklichen Kunden.
Wir haben also ein profitables Netzwerk geschaffen. Das Risiko liegt eindeutig darin, ob es der User auch begreift und ob wenn er es begreift auch annimmt. Wir müssen das einfach mal Schritt für Schritt ausprobieren… Aber zunächst sollten wir uns auf das Wesentliche besinnen. Darüber schreibe ich im nächsten Post etwas.
Im Web 2.0 wird aus “e-commerce” bald “social-commerce” 15. Mai 2006
Posted by Eike in : Hintergründe, Zukunftsmusik , 1 comment so farBeitrag auf FAZ.net “Aus E-Commerce wird Social Commerce” von Holger Schmidt.
Die Zeit der Monotonie im Electronic Commerce, als wenige große Anbieter wie Ebay, Amazon oder Otto den Handel im Netz beherrschten, ist vorbei.
Richtig!
Zur neuen Generation der Online-Händler gehört auch Etsy.com, wo handgefertigte Produkte aller Art verkauft werden. Die vier Gründer haben alles an moderner Web 2.0-Technik, was es gibt. Ihr Lohn: Nach wenigen Monaten hat Etsy 50.000 Produkte verkauft, mehr als eine Viertel Million Dollar Umsatz erzielt und mehr als 20000 Mitglieder in der Community.
[…]
„Die Menschen in vernetzten Märkten haben herausgefunden, daß sie sich weit bessere Information und Unterstützung gegenseitig bieten können, als sie von ihren Verkäufern erhalten“
Damit verbunden: Das cluetrain Manifest Ich weiß nicht ganz was ich davon halten soll, ‘ ist streckenweise recht esotherisch.
“Elvis hat es am besten formuliert: “Auf einer Basis des Misstrauens können wir nicht zusammen weitergehen”