“Schwarm-Intelligenz” 16. Juni 2006
Posted by Eike in : Mentalität , 1 comment so farund warum wir mehr werden als nur ein weiterer Online-Shop
Ok, zur Zeit müssen wir -vielleicht auch nur ich- wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht werden. Unsere ursprüngliche Idee ist bereits revolutionär vielleicht auch sogar richtig gut. So langsam habe ich aber vielleicht das schon abgehandelt und finde es nicht mehr so richtig interessant. In den letzten Tagen habe ich mir viel Gedanken über ein “social-commerce” System gemacht und dabei -Achtung: jetzt wichtig- mir vor allem Gedanken über unseren zukünftigen Benutzer bzw. Kunden gemacht.
Eines ist mal klar, die Ideen des Web 2.0 sind super. Vor allem der “Mehrwert durch Partizipation” ist mehr als einfach super. Tim O’Reilly nennt das die “Nutzbarmachung der kollektiven Intelligenz”, die sich bei uns durch den (anvisierten) heftig Einsatz von kollaborativen Funktion audrücken wird. Also Produktbewertungen, Expertenlisten etc.
Genau dort beginnt aber das Umdenken. Eine Produktbewertung beispielsweise ist, in meiner Vorstellung, nicht einfach nur ein nettes Gimnick sondern eine zentrale Säule in einem “social-commerce-system”. Klassische Shop-Betreiber haben bisher Ihre Benutzer durch gute und günstige Angebote angelockt. Vielleicht wurde auch Wert auf “Benutzerfreundlichkeit” gelegt. Der Benutzer, besser im Plural die Benutzer, sind der Mittelpunkt im System. Kunden sollen sich objektiv und umfassend informieren können und ihre Erfahrungen untereinander Austauschen. Dafür müssen wir nur die Infrastruktur bereitstellen. Selbige manifestiert sich in einmal in einer Art Leitbild oder Philosophie (ich mag das Wort in diesem Zusammenhang nicht) und selbstverständlich in der entsprechenden Software (Hallo Michael!). Ich möchte die Beratungsleistung eines Händlers nicht in Frage stellen. Wenn wir aber mal ehrlich sind gibt es in einem Geschäft keine Berater, sondern nur Verkäufer die sich als Berater tarnen. Eine Beratung ist also prinzipiell nur bedingt objektiv. Zumindest hat der “beratende” Kunde suptil diesen Eindruck. Ein einfaches Beispiel: Kunde ruft an, weil er sich nicht zwei verschiedenen Produkten entscheiden kann. Produkt 1 kostet weniger als Produkt 2. Der “Berater” empfiehlt ihm Produkt 2 obwohl sich der Kunde bereits auf Produkt 1 eingestellt hat, weil es billiger ist. Das Telefongespräch ist beendet und der Kunde sitzt nun alleine da. Was denkt er? Hat mir der Typ vielleicht nur das zweite Produkt empfohlen, weil es teurer ist und er daran mehr verdient? Vielleicht! Ja richtig, “vielleicht”. Und genau hier macht sich das Misstrauen bemerkbar.
Welche Möglichkeiten haben wir nun um diesem Misstrauen entgegenzuwirken? Vertrauen ist das Schlüsselwort. Wem vertrauen wir? Unserer Familie, unseren Freunden etwa Fremden? Ok, Familie und Freunde sind außer Konkurrenz und Fremden vertraut man nur bedingt. Das schöne im Internet ist allerdings, dass es keine Fremden im ursprünglichen Sinne gibt, sondern Informationen von anderen die mit einem selbst Interessen teilen - eine Community. Das was ich hier etwas umständlich ausgedrückt habe meint nichts anderes als das wir den Rat eines Fremden im Internet eher annehmen als in der realen Welt.
Dazu kommt, dass der Benutzer immer mehr Informationen verarbeiten müssen und sich demnach besser organisieren muss. Um keine Fehlentscheidungen zu treffen orientiert man sich an der Mehrheit. Man folgt einem Schwarm und fühlt sich dort geborgen.
Ein nettes Zitat:
»Schwarm-Intelligenz« steht für gemeinsame, konsensbasierte Entscheidungsfindung. Individualisten flüchten aus der Masse, die ihre eigene Intelligenz reduziert. Aber sie bleiben nicht allein. Sie organisieren sich über interaktive und mobile Medien neu: im intelligenten Schwarm. Nach der vollendeten Individualisierungsphase entstehen wieder neue, diesmal aber spontane Mehrheiten. Sie sind flexibel, dynamisch und zeitlich befristet. Themen stehen im Mittelpunkt ihrer Aufmerksamkeit. (http://seminare.design.fh-aachen.de/ssw/)
Meine Idealvorstellung: Jeder Kunde hat die Möglichkeit seine Erfarhungen und Meinungen zu einem Produkt zu äußern, diese mit anderen zu teilen und zu diskutieren. Vice versa kann er auf eine “Kollaborative Wissensbasis” zugreifen, sicht dort umfassend informieren, diesen Informationen vertraut und damit seine optimale Kaufentscheidung treffen.
So wird unser System aussehen, so werden die neuen Online-Shops aussehen. Ein einfaches “gewitzter Verkäufer zu dummer Käufer” Verhältnis kann, gerade im Internet, nicht lange Bestand haben. Erste Tendenzen machen sich durch Preisvergleichsportale bemerkbar. Das liegt z.Z. auch nah, da ein Preis sehr einfach zu vergleichen ist und vor allem bereits überall naturgemäss verfügbar ist. Bei Meinungen und Empfehlungen sieht as allerdings noch ganz anders…
Fehler entdeckt? Belohnung! 25. Mai 2006
Posted by Eike in : Mentalität , add a commentEs gibt so Zeitschriften, Bücher und Websites die schon nach den ersten paar Sekunden einen Eindruck von Sorgfalt und Qualität vermitteln. Die Print-Version von brand eins (nicht die Website) ist so ein “hier fühl ich mich wohl” Ding. Und eben gesehen, die Website von Jens Meiert. Klar, das ist kein besonders innovatives Design o.ä. Ich mein, die gesamte Website ist qualitativ wirklich hochwertig - “sauber” wie wir sagen würden. Wie man das genauso hinbekommt wie der Jens, dafür liefert er uns direkt auch die 10 Schritte zur hochwertigen Webseite.
Was der eigentliche Grund für den diesen Beitrag war: Unten auf der Website gibt es einen kleinen Link: Fehler entdeckt? Belohung! Das find ich ein tolles Konzept und eine darüber hinaus von diesem Jens auch noch toll umgesetzt.
Ja, richtig. Qualitätssicherung ist ein Prozess. Validieren, prüfen, testen Sie Dokumente, Inhalte, Design immer wieder. Immer wieder.